Deutsche ‹bersetzung

1. Hochzeitslied aus Poniki
Weit zog das Mägdlein,
zog mit dem Gatten
weit aus der Heimat aus.
Streng sagt die Mutter:
Folg deinem Gatten,
komm mir nicht mehr nach Haus!

Werd' mich verwandeln
wohl in ein Rebhuhn,
flieg' dann zu Mutters Haus.
Flieg' in den Garten
sitz auf der Lilie,
singe und ruh mich aus.

Hört mich die Mutter:
Singt da ein Vöglein,
traurig und wunderbar.
Weg, weg du Vöglein,
weg, weg du Rebhuhn,
brichst mir die Lilie gar.

Habt mit dem Gatten, mich
mit dem schlechten,
weit in die Welt gesandt.
Ach, liebe Mutter,
nun muß ich weinen,
ferne vom Heimatland.

2. Heuerntelied aus Hiadel
Auf der Alm, hoch und weit,
auf der Alm lag ich heut;
dort im Gras schlief ich ein,
weicher kann kein Bett sein.
Auf der Alm, weit und frei,
ist gemacht schon das Heu,
drum heut Nacht, einmal schön,
soll's ins Heimattal gehn.

3. Tanzlied aus Medzibrod
Essen, Trinken, ja das paßt ihr
und im Tanz rumdrehen,
doch die Säumchen an dem Rocke
mag sie nicht annähen.

Laß ich für die Musikanten
soviel Geld aufgehen,
dafür tanzt sie mit den andern
und ich darf zusehen.

4. Tanzlied aus Poniki
Hei, die Pfeifen klingen,
kommt im Tanz uns schwingen,
Dudelsack, der pfeift euch was,
und den Mädeln macht es Spaß.

Pfeift und laßt uns leben,
will zwei Groschen geben.
Wirt, nimm einen in die Hand,
einen kriegt der Musikant.

Zicklein auf dem Rasen
dein Fell muß heut blasen.
Ist das Zicklein nimmer ganz
spielt der Dudelsack zum Tanz.
 
 

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