Wer ist wohl wie du

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J. A. Freylinghausen, 1670-1739

Wer ist wohl wie du,
Jesu, süße Ruh,
Unter vielen auserkoren,
Leben derer, die verloren,
Und ihr Licht dazu,
Jesu, süße Ruh,

2. Leben, das den Tod,
Mich aus aller Not
Zu erlösen, hat geschmecket,
Meine Schulden zugedecket
Und mich aus der Not
Hat geführt zu Gott?

3. Glanz der Herrlichkeit,
Du bist vor der Zeit
Zum Erlöser uns geschenket
Und in unser Fleisch versenket
In der Füll der Zeit,
Glanz der Herrlichkeit.

4. Großer Siegesheld,
Tod, Sünd, Höll und Welt,
Alle Kraft des großen Drachen
Hast du wolln zu Schanden machen
Durch das Lösegeld
Deines Bluts, o Held.

5. Höchste Majestät,
König und Prophet,
Deinen Scepter will ich küssen,
Uch will sitzen dir zu Füßen,
Wie Maria thät,
Höchste Majestät.

6. Laß mich deinen Ruhm
Als dein Eigentum
Durch des Geistes Licht erkennen,
Stets in deiner Liebe brennen
Als dein Eigentum,
Allerschönster Ruhm.

7. Zeuch mich ganz in dich,
Daß vor Liebe ich
Ganz zerrine und zerschmelze
Und auf dich mein Elend wälze,
Das stets drücket mich;
Zeuch mich ganz in dich.

8. Deiner Sanstmut Schild,
Deiner Demut Bild
Mir anlege, in mich präge,
Daß sein Zorn noch Stolz sich rege;
Vor dir sonst nichts gilt
Als dein eigens Bild.

9. Steure meinem Sinn,
Der zur Welt will hin,
Daß ich nicht mög von dir wanken,
Sondern bleiben in den Schranken;
Sei du mein Gewinn,
Gieb mir deinen Sinn.

10. Wecke mich recht auf,
Daß ich meinen Lauf
Unverrückt zu dir fortsetze,
Und mich nicht in seinem Netze
Satan halte auf;
Fördre meinen Lauf.

11. Deines Geistes Trieb
In die Seele gieb,
Daß ich wachen mög und beten,
Freudig vor dein Antlitz treten;
Ungefärbte Lieb
In die Seele gieb.

12. Wenn der Wellen Macht
In der trüben Nacht
Will des Herzens Schifflein decken,
Wollst du deine Hand ausstrecken;
Habe auf mich acht,
Hüter in der Nacht.

13. Einen Heldenmut,
Der da Gut und Blut
Gern um deinetwillen lasse
Und des Fleisches Lüste hasse,
Gieb mir, höchstes Gut,
Durch dein teures Blut.

14. Solls zum Sterben gehn,
Wollst du bei mir stehn,
Mich durchs Todesthal begleiten
Und zur Herrlichkeit bereiten,
Daß ich einst mag sehn
Mich zur Rechten stehn.

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