Alles um Liebe

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Melodie - Franz Schubert
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Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten

Was ist es, das die Seele füllt?
Ach, Liebe füllt sie, Liebe!
Sie füllt nicht Gold, noch Goldeswert,
Nicht was die öde Welt begehrt,
Sie füllt nur Liebe!

2. Was ist es, das die Sehnsucht stillt?
Ach, Liebe stillt sie, Liebe!
Sie stillt nicht Titel, Stand noch Rang,
Und nicht des Ruhmes Schellenklang;
Sie stillt nur Liebe, Liebe!

3. Was ist's, wonach das Herz zerlechzt?
Es lechzet, ach, nach Liebe!
Es schmachtet nicht nach Druck und Kuß,
Nicht nach der Wollust Vollgenuß;
Es schmachtet nicht nach Liebe!

4. Gern geb' ich, was ich hab' und bin,
Gern geb' ichs hin um Liebe.
Des Reichthums bunter Seifenschaum,
Der Wollust Rausch, des Ruhmes Traum,
Was frommt mirs ohne Liebe?

5. Viel süßer ist's, gering und arm
An treuer Brust verschmachten,
Als ungeliebt und liebelos
Den Tag verprassen, und im Schoos
Der Wollust übernachten!

6. O liebe Traute, liebe mich,
So wahr, wie ich dich liebe!
Dann schwinde Ruhe, Ruhm und Glück!
Nimm alles, alles hin, Geschick;
Mir gnügt Ellwinens Liebe.

7. Und wär mein Loos, getrennt von dir,
Mein Leben zu vertrauen;
Und wüßt' ich nur, daß du mich liebst -
Und wüßte nur, daß du mir bliebst -
Wer dürfte mich bedauern?

8. Und wär' ich in der Sklaverey,
In freundeloser Wildnis,
Und wäre dein, nur dein gewiß,
So wäre Sklaverey mir süß,
Und Paradies die Wildnis.

9. Und hüllte Todesfinsternis
Dich, meines Lebens Sonne,
Und stürb' ich nur von ihr gemeint,
Von ihr beklagt, von ihr beweint,
So stürb' ich wohl mit Wonne.

10. Viel besser ist's, jung, kräftig, kühn
Im Arm der Liebe sterben,
Als ungeliebt und liebelos
In dumpfer Freuden mattem Schoos
Veralten und verderben!

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