Under Erlen stand 'ne Mühle

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Melodie -
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Under* Erlen stand 'ne Mühle,
Und das wilde Wasser rauscht,
|: Drunten in der Mondnachtstille,
Sitzt der Müllerbua und lauscht. :|

2. Leise öffnet sich das Fenster,
Und ein zarder* Händedruck,
|: Schüchtern gibt die Müllerliesel,
Ihrem Liebsten einen Kuß. :|

3. Meinen Abschied sollst Du haben,
Ob Dirs recht sei oder net,
|: Denn ich darf Dich nicht mehr lieben,
Lebe wohl vergiß mein nicht.:|

4. Drunten wartet schon der Alde*,
Stellt das Räderwerk zur Ruh,
|: Und des Fensters goldne Sbalden*,
Schließen leis sich wieder zu. :|

5. Durch den Garten schleicht ein Schatten,
Hinterdrein der Müllersbua,
|: In des Mühlbachs tiefstem Grunde,
Finden beide ihre Ruh. :|

6. Drum ihr Eltern laßt Euch sagen,
Störet nie der Kinder Glück,
|: Denn es kommen bittre Stunden,
Wo Ihr dengt* an sie zurück. :|


* under = unter; drunden = drunten; zarder = zarter;
Alde = Alte; Sbalden = Spalten; dengt = denkt

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