Nach grüner Farb mein Herz verlangt

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Melodie - bei Michael Praetorius "Musae Sioniae" VIII, Wolfenbüttel 1610, zu einer geistlichen Umdichtung ("Nach ewger Freud mein Herz verlangt") des echten Farbenliedes.
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Nach grüner Farb mein Herz verlangt
In dieser trüben Zeit.
Der grimmig Winter wärt so lang,
Der Weg ist mir verschneit.
Die süssen Vöglein jung und alt
Die höhrt man lang nit meh;
Das tut des argen Winters G’walt,
Der treibt die Vöglein aus dem Wald
Mit Reif und kaltem Schnee.
2. Er macht die bunten Blümlein fahl
Im Wald und auf der Heid’
Dem Laub und Gras allüberall,
Dem hat er widersaid.
All Freud’ und Lust wird jetzto feil
Die uns der Sommer bringt.
Gott geb dem Sommer Glück und Heil,
Der zieht nach Mittentag am Seil,
Daß er den Winter zwingt.


Die erste Verszeile entnahm Max Pohl einem Lied aus dem 15. Jahrh. auf die sieben Farben (in der 1550-1555 angelegten Heidelberger Handschrift 343 "Nach gruener Farb mein herz verlangt"); im übrigen lehnte er sich an das Winterlied "Der sumer hat sich geschaiden" (Karlsruher Handschrift des 15. Jahrh. aus St. Georgen an.
widersait = den Kampf angesagt
Mittentag = Mittwinter, Wintersonnenwende

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