Nach dir, o Gott, verlanget mich

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Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, 1633-1714

Nach dir, o Gott, verlanget mich,
Min Gott, ich denke stets an dich;
Zieh mich nach dir, nach dir mich wend,
Aus Zion deine Hilfe send.

2. Die Sonnenblum folgt ihrer Sonn,
So folg ich dir, o meine Wonn;
Nur wünsch ich, daß ich könnte hier
Ganz frei von Sünden folgen dir.

3. Doch leider hat der Sünde Gift
Solch übel in mir angestift,
Daß sich der matte Geist nicht kann
Davor recht schwingen himmelan.

4. Ach wer wird mich befreien doch
Von meinem schweren Sündenjoch?
O Herr, ich sehne mich nach dir,
Befreie mich, und hilf du mir.

5. Es ist mein Will nach dir gericht,
Doch das Vollbringen mir gebricht;
Und wenn ich auch hab Guts gethan,
Klebt doch Unreines noch daran.

6. Gedenke, daß ich bin dein Kind,
Vergieb und tilge meine Sünd,
Daß ich zu dir mit freiem Lauf
Mich schwingen könne himmelauf.

7. Den Sinn der Welt rott in mir aus,
Sei du nur Herr in meinem Haus;
Den Schild des Glaubens mir verleih,
Und brich des Feindes Pfeil entzwei.

8. Nach dir, mein Gott, laß mir forthin
Gerichtet sein den ganzen Sinn;
Ich eigne dich mir gänzlich zu
Und such in dir nur meine Ruh.

9. Hinweg, hinweg, du schnöde Lust,
Bleib mir auf ewig unbewußt.
Was fortan mich vergnügen soll,
Des ist allein der Himmel voll.

10. Ach alles, was mich reißt von dir,
Du höchstes Gut, das treib von mir,
In dir, mein Gott in dir allein
Laß hinfort meine Freude sein.

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