Mein Heiland nimmt die Sünder an

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Melodie - aus dem Musikalischer Christenschatz, Basel, 1745; Seq. bei Richard Jordan
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Leopold F. Lehr, c. 1731; englischer Text

Mein Heiland nimmt die Sünder an,
Die unter ihrer Last der Sünden
Kein Mensch, kein Engel trösten kann,
Die nirgends Ruh' und Rettung finden;
Den'n selbst die weite Welt zu klein,
Die sich und Gott ein Greuel sein,
Den'n Moses schon den Stab gebrochen
Und sie der Hölle zugesprochen,
Wird diese Freistatt aufgetan:
Mein Heiland nimmt die Sünder an.

2. Sein mehr als mütterliches Herz
Trieb ihn von seinem Thron auf Erden.
Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz,
An ihrer Statt ein Fluch zu werden.
Er senkte sich in ihre Not
Und schmeckte den verdienten Tod.
Nun da er denn sein eigen Leben
Zur teuren Zahlung hingegeben
Und seinem Vater g'nuggetan,
So heißt's: Er nimmt die Sünder an.

3. Nun ist sein aufgetaner Schoß
Ein sichres Schloß gejagter Seelen,
Er spricht sie von dem Urteil los
Und tilget bald ihr ängstlich Quälen;
Es wird ihr ganzes Sündenheer
Ins unergründlich tiefe Meer
Von seinem reinen Blut versenket.
Der Geist, der ihnen wird geschenket,
Schwingt über sie die Gnadenfahn'.
Mein Heiland nimmt die Sünder an.

9. Sprich nicht: Ich hab's zu grob gemacht,
Ich hab' die Güter seiner Gnaden
So lang und schändlich umgebracht;
Er hat mich oft umsonst geladen.
Wofern du's nur jetzt redlich meinst
Und deinen Fall mit Ernst beweinst,
So soll ihm nichts die Hände binden
Und du sollst noch Genade finden;
Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann.
Mein Heiland nimmt die Sünder an.

11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir,
Holdselig süßer Freund der Sünder;
Erfüll mit sehender Begier
Auch uns und alle Adamskinder!
Zeig uns bei unserm Seelenschmerz
Dein aufgespaltnes Liebesherz:
Und wenn wir unser Elend sehen,
So laß uns ja nicht stille stehen,
Bis daß ein jeder sagen kann:
Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an!

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