Lob sei dem allmächtigen Gott

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Michael Weiße, um 1542

Lob sei dem allmächtigen Gott,
Der unser sich erbarmet hat,
Gefandt sein allerliebsten Sohn,
Aus ihm geborn im höchsten Thron,

2. Auf daß er unser Heiland würd,
Uns freiet von der Sündenbürd
Und durch sein Gnade und Wahrheit
Führet zur ewigen Klarheit.

3. O große Gnad und Gütigkeit,
O tiefe Lieb und Mildigkeit,
Gott thut ein Werk, des ihm kein Mann,
Auch kein Engel verdanken kann.

4. Gott nimmt an sich unsre Natur,
Der Schöpfer aller Kreatur,
Er veracht nicht ein armes Weib,
Mensch zu werden in ihrem Leib.

5. Des Vaters Wort von Ewigkeit
Wird Fleisch in aller Reinigkeit,
Das A und O, Anfang und End
Giebt sich für uns in groß Elend.

6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun,
Daß Gott für ihn giebt seinen Sohn?
Was darf unser das höchste Gut,
Daß es so unserthalben thut?

7. O weh dem Volk, das dich veracht,
Der Gnad sich nicht teilhaftig macht,
Nicht hören will des Sohnes Stimm,
Denn auf ihm bleibet Gottes Grimm.

8. O Mensch, wie, daß du nicht verstehst
Und dem König entgegen gehst,
Der dir so ganz demütig kommt
Und sich dein so treulich annimmt?

9. Ei, nimm ihm heut mit Freuden an,
Bereit ihm deines Herzens Bahn,
Auf daß er komm in dein Gemüt
Und du genießest seiner Güt.

10. Unterwirf ihm deine Vernunft
In deiner gnadreichen Zukunft,
Untergieb seiner Heiligkeit
Die Werk deiner Gerechtigkeit.

11. Wo du dies thust, so ist er dein,
Bewahrt dich für der Höllenpein;
Wo nicht, so sieh dich eben für,
Denn er schleußt dir des Himmels Thür.

12. Sein erste Zukunft in die Welt
Ist in sanftmütiger Gestalt,
Die ander wird erschrecklich sein,
Den Gottlosen zu großer Pein.

13. Die aber jetzt in Christo stehn,
Werden alsdann zur Freud eingehn
Und besitzen der Engel Chör,
Daß sie kein übel mehr berühr.

14. Dem Vater in dem höchsten Thron
Samt seinem eingebornen Sohn,
Dem Heiligen Geist gleicherweis
Sei in Ewigkeit Dank und Preis.

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