Das Münsterlied

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Melodie - nach Heidelberg, du Jugendbronnen, Otto Lob, (1837-1911)
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Unbekannt

Liebe Stadt im Lindenkranze,
Roter Erde schönste Zier,
Pflanz auf Deiner höchsten Schanze
Auf das stolze Stadtpanier;
Blüht Ihr Linden, glänzt, Ihr Türme,
Hoffnungsheischend himmelwärts;
Jung blieb Münster trotz der Stürme,
Noch Dein Wiedertäuferherz.

2.Alter Giebel Zickzackreihe,
Frischer Jugend Übermut,
Dazu Sonntagssonnenweihe;
Ach, wie reimt sich das so gut!
Blonde Zöpfe, bunte Mützen,
Kecke Worte, leiser Schrei.
Und die alten Giebel blitzen,
Waren schon so oft dabei.

3.Wenn Lambertis weiße Streben
Glitzern in des Mondes Strahl,
Geistert ein gespenstisch' Leben
Durch den alten Friedenssaal.
In den Streit der Kontrahenten
Schlägt ein donnernd Eins die Uhr;
Draußen singen die Studenten
Gaudeamus igitur.

4.Frische Burschen, würd'ge Pater
Und manch liebes Mägdelein
Wandern hin zur Alma mater,
Deiner Krone Edelstein.
Bunter Sinn und graue Haare,
Aller Musen musica;
Ewig junge, ewig klare
Aura academica.

5.Wer noch nie ins Aug' geschauet
Münsterischen Mägdelein,
Wer die Schilder nie geklauet,
Kann kein Münsteraner sein.
Wer den Stuhlmacherschen Tropfen
Und den Bullenkopp nicht kennt
Und des Pinkus Müller's Hopfen war
In Münster nie Student.

6.Darum Heil Dir, altes Münster,
Blüh' und wachse immerdar!
Wer Dich einmal nannte finster,
Selbst ein "vir obscurus" war!
Deiner Glocken helles Klingen,
Deiner Frauen holdes Bild,
Deiner Burschen frohes Singen
Mehr als tausend Jahre gilt!

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