Heut ist ein Freudenreicher Tag

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Melodie - "I kumme dahea von Estarei" bei Naria Vinzenz S "Salzburer Volkslieder", Salzburg 1865
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Heut ist ein Freudenreicher Tag,
Daß man den Sommer gewinnen mag.
Ihr Herren mein,
Der Sommer ist fein!

2. Ich bin der Winter mit ganzem Fleiß,
Zu meiner Zeit werden die Felder Weiß.
Ihr Herren mein,
Der Winter ist fein!

3. Ich bin der Sommer also kühn,
Zu meiner Zeit werden die Felder grün.
Ihr Herren mein,
Der Sommer ist fein!

4. Ich deck die Wiesen mit Schnee und Eis,
Da tanzen Flocken lustigen Kreis.
Ihr Herren mein,
Der Winter ist fein!

5. Wohlan, wohlan, Johannistag
Mäh ich mein Gras von den Wiesen ab.
Ihr Herren mein,
Der Sommer ist fein!

6. Und mähst due es ab, so heb ich dir's auf
Und mache ein gutes Futter daraus.
Ihr Herren mein,
Der Winter ist fein!

7. Wohlan, wohlan, Jakobitag
Schneid ich mein Korn und Weizen ab.
Ihr Herren mein,
Der Sommer ist fein!

8. Und schneidst du es ab, so dresch ich dirs aus
Und mache Brot und Kuchen daraus.
Ihr Herren mein,
Der Winter ist fein!

9. Wohlan, wohlan, Michelitag
Schättl ich mein' Äpfel und Birnen ab.
Ihr Herren mein,
Der Sommer ist fein!

10. Und schüttelst sie ab, so klaub ich sie auf,
Mein Ofen macht gute Hutzeln daraus.
Ihr Herren mein,
Der Winter ist fein!

11. O Winter, du brauchst mir jetzt nicht mehr viel sag'n,
Ich werde dich bald aus dem Sommerland jag'n.
Ihr Herren mein,
Der Sommer ist fein!

12. Ihr lieben Herren, jetzt bin ich veracht',
Der Sommer hat mich zu Schanden gebracht.
Ihr Herren mein,
Der Winter war fein!

13. O lieber Winter, reich mir die Hand,
Wir reisen mit'nander ins Sommerland.
Ihr Herren mein,
Der Sommer ist fein!

14. (Alle:) So ist nun unser Krieg vollbracht,
Gott geb euch allen ein' gute Nacht!
Ihr Herren mein,
Der Sommer ist fein!


Vorsänger / 1. Halbchor (Sommer) / Vorsänger / 2. Halbchor (Winter)

"Heut ist auch ein fröhlicher Tag", als "ein schön Lied vom Sommer und vom Winter" auf einem Flugblatt, Straubing 1580; "Heut ist ein Freudenreicher Tag" (1. Str.) in Pater Johann Werlins Liederhandschrift, Kloster Seon am Chiemsee 1646 ff.Für die obige Neufassung dieses Streitliedes wurden u. a. noch folgende Versionen benützt: "Ich bin der Sommer wohlbekannt" aus Markt in Oberbayern, bei Friedrich Panzer "Bayrische Sagen und Bräuche" I. Freiherr von Ditfurths "Fränkischen Volksliedern" II, Leipzig 1855.

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