Herr Gott, der du erforschetst mich

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Melodie -
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David Denicke, 1603-1680

Herr Gott, der du erforschetst mich
Und kennst mich aus und innen,
Mein Thun und Lassen kommt vor dich,
Sehn, Stehen und Beginnen.
Was ich verborgen denk und dicht,
Siehst du von fern und fehlest nicht,
Du prüfest Herz und Nieren;
Du kannst auch, wenn ich bin allein
Und gerne wollt verborgen sein,
All meine Weg ausspüren.

2. Es ist kein Wort in meinem Mund,
So ich dir könnt verhehlen;
Du, Herr, siehst recht des Herzens Grund,
Was steckt in meiner Seelen;
Du schaffest ja, was ich vollbring,
Wie groß es ist und wie gering,
Ich kanns ohn dich nicht richten;
Wenn aber du durch deine Gnade
Verstand mir giebst, auch Hilf und Rat,
So kann ich alles schlichten.

3. Wie du die Deinen wunderlich,
O Gott, hier pflegst zu führen,
Versteh ich nicht und lasse mich
Blos deine Gnad regieren.
Wo soll ich hin vor deinem Geist?
Denn du auch die Gedanken weißt,
Es hilft vor dir kein Fliehen.
Führ ich gen Himmel, bist du da,
Auch in der Höll trittst du mir nah,
Kann dir mich nicht entziehen.

4. Nun, großer Gott, weil deine Hand
Mich überall kann finden
Und all mein Thun dir ist bekannt,
So hüt ich mich vor Sünden.
Denn Dunkel ist wie Licht bei dir;
Was himmlisch war, kommt klar herfür,
Ich kann dir nicht entgehen.
Was ich gethan, geredt, gedacht,
Das wird vor deinen Thron gebracht,
Da muß ich vor dir stehen.

5. Herr, meine Seel erkennt mit Preis,
Daß du micht hast hereitet,
Und daß ich bin auf dein Geheiß
Ans Tageslicht geleitet;
Durch deine Vorsorg Fleisch und Pein
Und alle Gleider an mir sein,
Dein Aug hat mich erwählet:
Da ich noch ungeboren war,
Hast du schon Stunden, Tag und Jahr
Im Lebenslauf gezählet.

6. Ich danke dir und presie dich
Für soche große Thaten,
Und daß du mir so wunderlich
An Leib und Seel geraten.
Sehr köstlich ist dein Werk an mir;
Wenn ich erwach, bin ich bei dir
Und warte deiner Gnaden;
Iich glaube fest, daß meine Sünd
Durch Christum mir vergeben sind,
Daß sie mir nicht mehr schaden.

7. Den Vorsatz gieb mir, Herr, dabei,
Daß ich, was bös ist, meide,
Die gottlos Rotte fern mir sei,
Von Frommen mich nicht scheide;
Daß ich nur lieb, was dir gefällt,
Und hasse, was ist von der Welt,
Auch ihren Trotz nicht achte,
Halt dein Gebot, hör gern dein Wort,
Im Glauben und in Hoffnung fort
Das Ewige betrachte.

8. Erforsch mich, Gott, ergründ mein Herz,
Durchsuch all mein Gedanken,
Und siehe, ob ich hinterwärts
Und auf die Seit woll wanken.
Bin ich vielleicht auf bösem Weg,
So führ du mich den rechten Steg,
Der nach dem Himmel weise,
Daß ich vom Sündendienste frei
Und dir, o Herr, gefällig sei,
Bis ich von hinnen reise.

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