Es zog ein Wandersmann so still einher

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Es zog ein Wandersmann so still einher,
Sein Herz schlug ihm ja so gewaltig schwer.
Er sehnte sich nach seinem Heimatort,
Zehn Jahre war er von zu Hause fort.

2. Er will sich holen seine junge Braut,
Auf die er all sein Glück gebaut.
Vor einem Häuschen bleibt er plötzlich stehn,
Vor Schrecken bleich, was mußte er da sehn!

3. Sie sitzt am Fenster, bleich und abgezehrt,
Wie man auch deutlich Kinder weinen hört.
Ihn faßt ein Graun, er eilt mit raschem Schritt:
Gewähr mir Platz, ich bin so matt, so müd.

4. So setzt euch nieder, spricht sie dann und weint,
Beladen kann ich Euch nicht, bester Freund.
Ich und die Kinder leiden selber Not,
Mein Mann ist krank und ringet mit dem Tod.

5. Denn Gottes Strafe bleibet niemals aus,
Mein Schatz zog in die weite Welt hinaus.
Nur ich allein, allein brach ihm den Schwur.
Ach wollte Gott, er käme nie retour.

6. Bin dein Geliebter, dem du brachst die Treu,
Bist nicht mehr ledig, bist auch nicht mehr frei.
Nimm dieses Gold, dein Glück soll ewig blühn,
Und ich will wieder in die Fremde ziehn.

7. Und weinend gab sie ihm noch ihre Hand:
Verzeih, Geliebter, was ich hab getan.
Du kamst zu spät, zu spät kamst du zurück,
Und ganz vernichtet ist mein Lebensglück.

8. Da richtet sich der Mann vom Lager auf,
Ganz deutlich spricht er diese Worte drauf:
Nimm sie nur hin, sie ist bald wieder frei,
Denn meine Sterbestunde naht herbei.

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