Der vorlaute Ritter

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Oben: aus Des Knaben Wunderhorn, I. Band
Unten: mündlich überliefert

Es waren drey Gesellen,
Die thäten, was sie wellen,
Sie hielten alle drey
Viel heimlichen Rath,
Wer wohl in dieser Nacht
Das beste Mädel hätt.

2. Der jüngste der darunter,
Der sprach da auch sehr munter,
Wie ihm noch gestern spät
Ein Mädel zugeredt.
Er stiege diese Nacht,
Wohl in ihr Federbett.

3. Das Mädel kam geschlichen
Und wäre fast verblichen,
Sie hörte an der Wand,
Nur ihre eigne Schand,
Sie weinte heimlich aus,
Sie lief zurück nach Haus.

4. Die Nacht war bis zur Mitten,
Der Ritter kam geritten,
Er klopfet freundlich an,
Mit seinem goldnen Ring:
Ey schläf'st du oder wachst,
Mein auserwähltes Kind.

5. Was wäre, wenn ich schliefe,
Und dich heut nicht einließe?
Du hast mir gestern spät
Ein falsche Red gethan.
Ich schlafe heute Nacht,
Wenn du vorm Fenster wachst.

6. Wo soll ich denn hinreiten?
Es regnet und es schneiet,
Es geht ein kühler Wind,
Nun schlafen alle Leut
Und alle Bürgers Kind,
Mach auf du süßes Kind!

7. Reit du nach jener Straße,
Reit du nach jener Heyde,
Wo du gekommen bist,
Da liegt ein breiter Stein,
Den Kopf darauf nur leg,
Trägst keine Federn weg.


|: Es waren drei Gesellen, die taten was sie wollten. :|
Der erste war besoffen, der zweite der war voll,
|: Der dritte sprach: Ihr Brüder und mir ist auch nicht wohl. :|

2. Gesellen, warum soll es bleiben verschwiegen
Wir wollen des Meisters Arbeit lassen liegen.
Wir wollen ein wenig spazieren gehn
|: Zum kühlen frischen Wein, wo die schönen Mädchen stehn. :|

3. Und als sie ins Wirtshaus sind gekommen
Frau Wirtin die hat sie gar freundlich empfangen .
Willkommen, willkommen ihr Söhne mein.
|: Was wollt ihr für ein Essen, was wollt ihr für ein Wein? :|

4. Zu essen woll'n wir haben vom schönsten Schweinebraten,
Und was wir wollen trinken, das ist nicht schwer zu raten.
Der ungarische Wein ist ein sehr guter Wein
|: Den wollen wir jetzt trinken und dabei lustig sein. :|

5. Haben wir kein Ungarischen trinken wir ein Fränkerischen
Haben wir kein Fränkerischen trinken wir ein Ungarischen
Der ungarische Wein ist ein sehr guter Wein
|: Den wollen wir jetzt trinken und dabei lustig sein. :|

6. Und als sie gegessen und getrunken hatten
Da schickte der Meister den naseweisen Knaben .
Gesellen, Gesellen nach Hause sollt ihr gehn
|: Den Abschied sollt ihr nehmen, in Gottes Namen gehn. :|

7. Die Gesellen die kamen gesungen und gesprungen.
Der Meister war sauer, die Meisterin tät brummen.
Ihr scheint mit die wahren Gesellen zu sein
|: Beim Fressen und bein Saufen, bei der Arbeit hab ich kein. :|

8. Sie nehmen ihr Bündel wohl auf den Rücken,
Und zogen wohl über die fränkerischen Rücken.
Da kam des Meisters Töchterlein.
|: Gesellen ihr sollt bleiben, ohne ich kann ich nicht sein. :|

9. Der erste der faßte sie am Zipfel Zapfel Zöpfelchen
Der zweite der faßte sie ans Rickel Rackel Röckelchen
Der dritte , der dritte , der legt sich oben drauf
|: Da kam der Meister gsprungen und deckt sein Schurzfell drauf :|

10. Ei Meister, ei Meister, was wollt ihr denn haben
In dreiviertel Jahren einen wunderschönen Knaben
Derselbe soll werden ein Zimmrergesell
|: Damit er gleich kann fahren zum Teufel in die Höll :|

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