Eins ist not, ach Herr, dies eine

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Melodie - Friedrich Layriz, 1849; Seq. by Richard Jordan
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Johann H. Schröder, 1697; englischer Text

Eins ist not, ach Herr, dies eine
Lehre mich erkennen doch!
Alles andre, wie's auch scheine,
Ist ja nur ein schweres Joch,
Darunter das Herze sich naget und plaget
Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget.
Erlang' ich dies eine, das alles ersetzt,
So werd' ich mit einem in allem ergötzt.

2. Seele, willst du dieses finden,
Such's bei keiner Kreatur;
Laß, was irdisch ist, dahinten,
Schwing dich über die Natur.
Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet,
Wo alle vollkommene Fülle erscheinet:
Da, da ist das beste, notwendigste Teil,
Mein ein und mein alles, mein seligstes Heil.

3. Wie Maria war beflissen
Auf des einigen Geniess,
Da sie sich zu Jesu Füßen
Voller Andacht niederließ
Ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören,
Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren;
Ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt,
Und wurde ihr alles in einem geschenkt,

4. Also ist auch mein Verlangen,
Liebster Jesu, nur nach dir;
Laß mich treulich an dir hangen,
Schenke dich zu eigen mir!
Ob viel' auch umkehrten zum größesten Haufen,
So will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen,
Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist;
Was ist wohl, da man nicht in Jesu geneusst?

5. Aller Weisheit höchste Fülle
In dir ja verborgen liegt.
Gib nur, daß sich auch mein Wille
Fein in solche Schranken fügt,
Worinnen die Demut und Einfalt regieret
Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet.
Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß,
So hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis.

6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen
Als nur dich, mein höchstes Gut;
Jesu, es muß mir gelingen
Durch dein rosinfarbnes Blut.
Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben,
Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben;
Die Kleider des Heils ich da habe erlangt,
Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt.

7. Nun so gib, daß meine Seele
Auch nach deinem Bild erwacht;
Du bist ja, den ich erwähle,
Mir zur Heiligung gemacht.
Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben,
Ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben;
Entreiße mich aller vergänglichen Lust,
Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt.

8. Ja was soll ich mehr verlangen?
Mich umströmt die Gnadenflut;
Du bist einmal eingegangen
In das Heil'ge durch dein Blut;
Da hast du die ewge Erlösung gefunden,
Daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden;
Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt,
Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt.

9. Volles Gnügen, Fried und Freude
Jetzo meine Seel ergötzt,
Weil auf eine frische Weide
Mein Hirt Jesus mich gesetzt.
Nichts Süßes kann also meine Herze erlaben,
Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben;
Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt,
Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt.

10. Drum auch, Jesu, du alleine,
Sollst mein ein und alles sein.
Prüf, erfahre, wie ich's meine,
Tilge allen Heuchelschein!
Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege,
Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege!
Gib, daß ich hier alles nur achte für Kot
Und Jesum gewinne! Dies eine ist not.


Strophe 7 bis 9: aus Evangelisch-lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 259. 2. Auflage 1988.

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