Ein' feste Burg is unser Gott

Kriegslied des Glaubens

Line
Melodie - Martin Luther, 1529
Line

Martin Luther, 1529; englischer Text
Rechts: aus Des Knaben Wunderhorn, I. Band

Ein' feste Burg ist unser Gott,
Ein gute Wehr und Waffen;
Er hilft uns frei aus aller Not,
Die uns jetzt hat betroffen.
Der alt' böse Feind,
Mit Ernst er's jetzt meint,
Groß' Macht und viel List
Sein' grausam' Rüstung ist,
Auf Erd' ist nicht seingleichen.

2. Mit unsrer Macht is nichts getan,
Wir sind gar bald verloren;
Es steit't für uns der rechte Mann,
Den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist?
Er heißt Jesu Christ,
Der Herr Zebaoth,
Und ist kein andrer Gott,
Das Feld muß er behalten.

3. Und wenn die Welt voll Teufel wär'
Und wollt' uns gar verschlingen,
So fürchten wir uns nicht so sehr,
Es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt,
Wie sau'r er sich stellt,
Tut er uns doch nicht,
Das macht, er ist gericht't,
Ein Wörtlein kann ihn fällen.

4. Das Wort sie sollen laßen stahn
Und kein'n Dank dazu haben;
Er ist bei uns wohl auf dem Plan
Mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib,
Gut, Ehr', Kind und Weib:
Laß fahren dahin,
Sie haben's kein'n Gewinn,
Das Reich muß uns doch bleiben.

Ein feste Burg ist unser Gott,
Ein gute Wehr und Waffen,
Er hilft uns frei aus aller Noth,
Die uns jetzt hat betroffen;
Der alte böse Feind,
Mit Ernst es jetzt meint,
Groß Macht und viel List
Sein grausam Rüstung ist;
Auf Erd ist nicht seins Gleichen.

2. Und wenn die Welt voll Teufel wär,
Und wollten uns verschlingen,
So fürchten wir uns nimmermehr,
Es soll uns doch gelingen;
Der Feind von dieser Welt,
Wie wild er sich stellt,
Thut er uns doch nichts;
Er scheuet ja das Licht,
Ein Wort das kann ihn fällen.

3. Gott Ehr und Preis, der uns zu Gut,
Den Feind durch uns will schlagen,
Und über uns hat treue Hut
Auf seinem Feuerwagen;
Sein ganz himmlisch Heer
Rondet um uns her,
Lobsingt, lobsinget ihm,
Lobsingt mit heller Stimm:
Ehr sey Gott in der Höhe!

4. Sein Wort sie sollen lassen stehn,
Kein Dank dafür nicht haben,
Wir haben es wohl eingesehn
Mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib,
Gut, Ehr, Kind und Weib,
Laß fahren dahin,
Sie haben keinen Gewinn;
Das Reich muß uns doch bleiben!

5. Lob, Ehr und Preis sey seiner Macht,
Sein ist die ewge Veste,
Er wacht und schillert Tag und Nacht,
Daß alles geht aufs Beste;
Jesus ist sein Wort,
Ein heimlich offen Wort,
Ihn ruft Wacht zu Wacht
Zum Trost durch die Nacht,
Bis alle Vögel ihm singen.


Mündlich nach Martin Luther Lieder. Zittau 1710. S. 502. und Phil. von Sittewald II. Band S. 691. - aus Des Knaben Wunderhonr, I. Band.

Line
| Liederverzeichnis | Home Page |
Line