Der Winter ist vergangen

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Melodie - ähnelt der zu "Wilhelmus van Nassouwen" 1568; aber erst in Fassung von 1603 und 1607 erhalten. Im Lautenbuch von Johann F. Thysius, geschrieben um 1600
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1537, übersetzung aus dem Niederländischen

Der Winter ist vergangen,
Ich seh des Maien Schein,
Ich seh die Blümlein prangen,
Des ist mein Herz erfreut.
So fern in jenem Tale,
Da ist gar lustig sein,
Da singt Frau Nachtigalle
Und manch Waldvögelein.

2. Den Maienbaum zu hauen,
Geh ich durchs grüne Gras
Und bring ihn meiner Frauen,
Die mir die Liebste was,
Ich bitt, daß sie mag kommen,
An ihren Fenster stahn,
Empfahn den Mai mit Blumen,
Es ist gar wohlgetan.

3. Er nahm sie sonder Trauern
In seine Arme blank,
Der Wächter auf der Mauer
Hub an ein Lied und sang:
Ist jemand noch darinnen,
Der mag bald heimwärts gan!
Ich seh' den Tag herdringen
Schon durch die Wolken klar.

4. Adé, mein Allerliebste,
Adé, schöns Blümlein fein,
Adé, schöns Rosenblume,
Es muß geschieden sein!
Bis daß ich wiederkomme
Bleibst du die Liebste mein;
Das Herz in meinem Leibe
Gehört ja allzeit dein.


Text in der aus Zutphen im Gelderland stammenden "Weimarer Liederhandschrift" von 1537 mit 2 weiteren Strophen. Strophe 1 u. 2 gleichen der 2. u. 3. Strophe des aus dem 15. Jahrh. Stammenden niederländischen Volksliedes "Het viel een hemels douwe" ("Es fiel ein kühler Taue")

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