Die alte Leier

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Melodie -
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Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 10. Mai, 1841
aus Unpolitische Lieder, II. Teil

Der Edelmann, er schenkt sich fleißig ein:
Ich kenne nur noch diesen Gänsewein.
Mein Vater weiland zahlte keine Steuer;
Das Korn ist wohlfeil jetzt, das Leben teuer.
Refrain:
Doch liegt ein Trost in einer alten Sage,
Die hat sich fortgepflanzt in unsere Tage
Bei allen Armen, Müden, Altersschwachen:
Der König wird uns glücklich machen.

2. Der Spielmann hängt die Zither an die Wand:
Wie glücklich könnte sein der Musikant!
Ich nahm doch nächten hübsches Geldchen ein,
Und langt' s mir noch nicht zum Gewerbeschein.
Refrain:

3. Der Bauer stürzt spät abends seinen Pflug:
So hab' ich heute mich gequält genug!
Froh wär' ich, wüßt ich nur, wovon ich heuer
Bezahlte meine Grund und Klassensteuer.
Refrain:

4. Der Dorfschulmeister macht die Schultür zu:
Heut' sind es fünfzig Jahr,' gern hätt' ich Ruh'
Wie aber, wenn ich nun entlassen werde?
Dann fängt erst an die Sorg' und die Beschwerde.
Refrain:

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