Brüder laßt uns lustig sein

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Melodie - Alfred Schlenker, 1926
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Johann Christian Günther 1717 (1695-1723)

Brüder laßt uns lustig sein,
Weil der Frühling währet:
Bricht der Jahre Winter ein,
|: Ist die Kraft verzehret, :|
Tag und Stunde weilen nicht;
Dem der keine Rosen bricht,
|: Ist kein Kranz bescheret. :|

2. Unser junges Leben eilt
Mit verhängtem Zügel;
Krankheit, Schmerz und Gram verweilt,
|: Nur die Luft hat Flügel. :|
Ob wir hier uns wiedersehn
Und wie heut ein Fest begehn,
|: Wer gibt Brief und Siegel? :|

3. Wo sind jene, sagt es mir,
Die vor wenig Jahren
Jung und fröhlich, so wie wir,
|: Und voll Hoffnung waren? :|
Ihre Leiber deckt der Sand,
Sie sind weit von hier verbannt
|: Aus der Welt gefahren. :|

4. Wer nach unsern Vätern forscht,
Mag den Kirchhof fragen:
Ihr Gebein, das längst vermorscht,
|: Wird ihm Antwort sagen: :|
"Nütz das Leben, brauch es bald;
Eh' die Morgenglocke schallt,
|: Kann die Stunde schlagen!" :|

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