Auf, auf, ihr Reichsgenoßen

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Melodie - Hamburg, 1598
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Johann Rist, 1651; englischer Text

Auf, auf, ihr Reichsgenoßen,
Eur König kommt heran!
Empfahet unverdroßen
Den großen Wundermann.
Ihr Christen, geht herfür,
Laßt uns vor allen Dingen
Ihm Hosianna singen
Mit heiliger Begier.

2. Auf, ihr betrübten Herzen,
Der König ist gar nah!
Hinweg, all' Angst und Schmerzen,
Der Helfer ist schon da!
Seht, wie so mancher Ort
Hochtröstlich ist zu nennen,
Da wir ihn finden können
Im Nachtmahl, Tauf' und Wort.

3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten,
Der König ist nicht fern!
Seid fröhlich, ihr Verzagten!
Dort kommt der Morgenstern.
Der Herr will in der Not
Mit reichem Trost euch speisen;
Er will euch Hilf' erweisen,
Ja dämpfen gar den Tod.

4. Nun hört, ihr frechen Sünder,
Der König merket drauf,
Wenn ihr verlorne Kinder
Im vollen Lasterlauf
Auf Arges seid bedacht,
Ja thut es ohne Sorgen;
Gar nichts ist ihm verborgen,
Er giebt auf alles acht.

5. Seid fromm, ihr Untertanen,
Der König ist gerecht,
Laßt uns den Weg ihm bahnen
Und machen alles schlecht.
Fürwahr, er meint es gut;
Drum laßet uns die Plagen,
Die er uns schickt, ertragen
Mit unerschrocknem Mut.

6. Und wenngleich Krieg und Flammen
Uns alles rauben hin,
Geduld, weil ihm zusammen
Gehört doch der Gewinn.
Wenngleich ein früher Tod
Uns, die uns lieb, genommen,
Wohlan so sind sie kommen
Ins Leben aus der Not.

7. Frischauf in Gott, ihr Armen,
Der König sorgt für euch!
Er will durch sein Erbarmen
Euch machen groß und reich.
Der an ein Tier gedacht,
Der wird auch euch ernähren;
Was Menschen nur begehren,
Das steht in seiner Macht.

8. Hat endlich uns betroffen
Viel Kreuz, läßt er doch nicht
Die, welch auf ihn stets hoffen
Mit rechter Zuversicht.
Von Gott kommt alles her,
Der läßet auch im Sterben
Die Seinen nicht verderben,
Sein Hand ist nicht zu schwer.

9. Frisch auf, ihr Hochbetrübten,
Der König kommt mit Macht,
An uns, sein Herzgeliebten,
Hat er schon längst gedacht.
Nun wird kein Angst und Pein
Noch Zorn hinfort uns schaden,
Dieweil uns Gott aus Gnaden
Läßt seine Kinder sein.

10. So lauft mit schnellen Schritten,
Den König zu besehn,
Dieweil der kommt geritten,
Stark, herrlich, sanft und schön;
Nun tretet all heran,
Den Heiland zu begrüßen,
Der alles Kreuz versüßen
Und uns erlösen kann.

11. Der König will bedenken
Die, so er herzlich liebt,
Mit köstlichen Geschenken,
Als der sich selbst uns giebt
Durch seine Gnad und Wort;
Ja, König, hoch erhoben,
Wir alle wollen loben
Dich freudig hier und dort.

12. Nun, Herr, du gibst uns reichlich,
Wirst selbst doch arm und schwach;
Du liebest unvergleichlich,
Du jagst den Sündern nach.
Drum woll'n wir insgemein
Die Stimmen hoch erschwingen,
Dir Hosianna singen
Und ewig dankbar sein.


aus "Sabbatische Seelenlust", Lüneburg, 1651

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