O goldne Akademia

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Melodie - Otto Lob
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Gustav Heinrich Schneider

Als noch Arkadiens goldne Tage
Mich jungen Burschen angelacht,
Wie hab ich da in süßem Taumel
Die frohen Stunden hingebracht;
Leicht war mein Herz und leicht mein Wechsel,
Die gar zu bald davongerauscht!
Und doch hätt ich mit keinem Fürsten
In jener Seligkeit getauscht;
|: War selbst ein Fürst der Freude ja,
O goldne Akademia!

2. Zwar tat mein Vater häufig schreiben:
Mein Sohn, geh ins Kollegium;
Doch oftmals wider meinen Willen
Bracht mich der Zufall neckisch drum;
Bald galt's ein Fäßchen anzustechen,
Bald lag ich draußen auf Mensur!
Die Lust am Zechen und am Pauken
Liegt in des Burschen Frohnatur.
|: Wer schilt das krasse Füchslein da?
O goldne Akademia! :|

3. Ging ich entlang die engen Gassen,
Aufs Haupt das Cerevis gedrückt,
Hei, wie die schmucken Mädchen lachten,
Wenn freundlich ich emporgenickt;
Den Weibern war ich wohlgewogen,
Als stets verliebter Musensohn,
Gern hatt ich aller Herz besessen,
Doch eines war mein eigen schon,
|: Des schönsten Mädchens, das ich sah,
O goldne Akademia! :|

4. Ach, pfeilschnell flogen die Semester,
Ein altes Haus nennt man mich heut,
Nun hat auch mir auf meine Locken
Der Winter seinen Reif gestreut;
Doch nimmer will ich dich vergessen,
Der holden Freiheit Paradies,
Die schönste Zeit in meinem Leben,
Da ich noch flotter Bursche hieß;
|: Stets bleib ich dir im Geiste nah,
O goldne Akademia! :|

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